Meditatives Freies Tanzen
im Saal unter der Ev. Kirche Mettlach, Parkstr. 2, für alle, die freies Tanzen in meditativer Atmosphäre lieben, um in Einklang mit Körper, Geist und Seele zu kommen. weiterlesen
Eine Waffenhülle in Bibel-Optik, die Freiheit, Gutes zu tun und zwei Frauen, die sich für Menschen mit Migrationshintergrund und eine offene Gesellschaft einsetzen. Beim Reformationsempfang der Evangelischen Kirchen im Saarland im Homburger Siebenpfeifferhaus kamen diese auf den ersten Blick unterschiedlichen Themen auf eindrückliche Weise zusammen.
„Kirche, Gesellschaft und Politik bilden in unserem Land eine starke Allianz für die Demokratie. Gerade in Zeiten von wachsendem Extremismus ist es wichtiger denn je, diesen Schulterschluss sichtbar zu machen und gemeinsam für unsere freiheitlichen Werte und die Menschenwürde einzustehen“, betonte eingangs die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger in ihrem Grußwort vor 120 Gästen, die zum jährlichen Empfang des Kirchenkreises An der Saar sowie der Kirchenbezirke Homburg und Zweibrücken gekommen waren.
Zwischen Macht und Nächstenliebe: Was Kirche für die Demokratie bedeutet
Wie aktuell diese Worte sind, zeigte sich unmittelbar im Anschluss. Arnd Henze, WDR-Journalist und Autor, stellte sein Buch „Mit Gott gegen die Demokratie“ über christlichen Nationalismus und dessen Verflechtung mit der Politik vor und berichtete von Eindrücken aus seinem jüngsten Aufenthalt in den Vereinigten Staaten.
Im Gepäck hatte er, neben aktuellen Tendenzen in der amerikanischen Gesellschaft, auch zwei Gegenstände, die den christlichen Nationalismus in den USA eindrücklich illustrierten: eine aufwendig ausgestattete Donald-Trump-Bibel, die eigens für Marketingzwecke entwickelt wurde und neben dem eigentlichen Bibeltext auch patriotische Texte enthält – und eine wasserdichte Bibel-Hülle, die sich als getarntes Waffenholster entpuppte. Beide Dinge stehen sinnbildlich für eine Zweckpartnerschaft der religiösen Rechten mit führenden Politikern in den USA, die Henze in seinem Vortrag skizzierte. Die Folgen dieser Verflechtung für die amerikanische Gesellschaft seien vielfältig und fatal. Sie zeigten sich etwa in der Stilisierung eines männlichen, „weißen“ Christentums oder im gewaltsamen Vorgehen der ICE-Behörde gegen Migranten.
Um ähnlichen Entwicklungen in Deutschland entgegenzuwirken, könne der Blick in die USA jedoch auch wichtige Anhaltspunkte liefern: Die „Maschinenräume“ der demokratischen Staaten müssten „resilienter gemacht“ werden, so Henze. Im Gespräch warb der Autor daher für eine „Zivilgesellschaft auf Augenhöhe“, in die sich die unterschiedlichen Akteure mit ihren jeweiligen Mitteln einbringen könnten. Die Kirchen könnten dabei insbesondere durch ihre Sorge um Benachteiligte und ihre Fähigkeit, einen „Hoffnungsüberschuss erfahrbar zu machen“, einen wichtigen Beitrag leisten.
Einsatz für interkulturelles Miteinander: Freiheitspreis verliehen
Ein konkretes Zeichen für dieses Engagement setzte die Verleihung des Evangelischen Freiheitspreises Saar. Die leitenden Geistlichen des Kirchenkreises und der Kirchenbezirke zeichneten damit Assibi Eklou und Veronika Kabis aus. Beide Frauen setzen sich in Saarbrücken auf unterschiedliche Weise für Menschen aus aller Welt, interkulturelle Verständigung und gesellschaftliche Teilhabe ein.
Durch das Engagement der Preisträgerinnen würden deren Wirkungsstätten – ein Integrationsbüro und eine Studierendengemeinde – zu „Ruhmeshallen der Reformation und der Demokratie“, würdigte Vizepräses Antje Menn von der Evangelischen Kirche im Rheinland die besondere Leistung. „Denn das Gute unserer Demokratie bemisst sich ja nicht in der Feststellung der Mehrheit, sondern eben auch am Schutz und Wohlergehen von Minderheiten“, führte Menn aus.
Die beiden Preisträgerinnen stehen beispielhaft für ein solches Engagement: Sie schaffen Begegnungen, eröffnen Möglichkeiten zur Teilhabe und tragen dazu bei, dass Menschen unabhängig von ihrer Herkunft ihren Platz in der Gesellschaft finden.
Hintergrund:
Der Reformationsempfang der Evangelischen Kirchenkreise Saar-Ost und Saar-West sowie der Kirchenbezirke Homburg und Zweibrücken findet seit 2022 jährlich an wechselnden Orten im Saarland statt. In Erinnerung an die Ursprünge des reformatorischen Selbstverständnisses soll der Reformationsempfang dazu beitragen, das Profil der Evangelischen Kirchen im Saarland in der Öffentlichkeit zu schärfen und den Austausch mit der Politik sowie anderen gesellschaftlichen Gruppen zu fördern.
Mit dem Evangelischen Freiheitspreis Saar wird eine Einzelperson oder Gruppe ausgezeichnet, die sich beispielsweise durch besonderes Wirken aus christlicher Motivation in der Kirche, in der Ökumene, im Dialog der Religionen oder in bzw. für die Gesellschaft auszeichnet. Auch wer mit seinem Einsatz dazu beiträgt, die Vernetzung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen voranzubringen oder der bzw. die für ein im Glauben begründetes Anliegen eintritt, kann für den Preis vorgeschlagen werden. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert.