03. Dezember 2019

LIGA der freien Wohlfahrtspflege Saar fordert flexiblere Hilfen für junge Flüchtlinge bei der Ausbildung und Integration in den Arbeitsmarkt


Junge Geflüchtete brauchen eine flexiblere schulische und berufliche Förderung, damit sie einen Ausbildungs- oder dauerhaften Arbeitsplatz finden. Diesen fordert die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar, die eine Fachtagung zu „Arbeitsmarktintegration von jungen Geflüchteten“ veranstaltet hat.

Grundlegend für einen erfolgreichen Weg in den Arbeitsmarkt seien zum Beispiel eine gute Beherrschung der deutschen Sprache, ein Schulabschluss, eine verlässliche sozialpädagogische Begleitung  oder eine gezielte Information über Berufswege. Bernward Hellmanns, der Vorsitzende der Liga Saar, forderte unter anderem eine gesetzlich verankerte Ausbildungsplatzgarantie für junge Flüchtlinge. Er bezeichnete Integration als einen langwierigen Weg, auf dem die Geflüchteten gut begleitet werden müssen. Dies umso mehr, da ein großer Teil der Geflüchteten im Saarland unter 35 Jahren alt ist. Viele von ihnen mussten kriegs- und fluchtbedingt ihre Schul- und Hochschulausbildung abbrechen, und viele sind ohne Berufsabschlüsse.

Verschiedene Hürden müssen überwunden werden

In einer Diskussionsrunde sagte die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger: „Maßnahmen zur Verbesserung des Übergangs in eine Ausbildung oder den Arbeitsmarkt müssen für geflüchtete Menschen so konzipiert sein, dass verschiedene Hürden überwunden werden, sei es unterschiedliche Qualifikationsgrade, Sprachbarrieren oder der Bedarf an Stärkung sozialer oder kultureller Kompetenzen.“ Alle Ausbildungsmarktakteure im Saarland leisteten hierbei einen wichtigen Beitrag. Um die Potentiale für den Arbeitsmarkt nutzen zu können, müsse die Integration in Schule, Ausbildung und schließlich in Beschäftigung aktiv begleitet werden. „Von richtiger Weichenstellung profitiert am Ende die gesamte Gesellschaft“, so Rehlinger.

Dr. Martina Messan, die Vorsitzende des LIGA-Fachausschusses Arbeit, fasste das politische Ziel der LIGA zusammen: „Wir treten dafür ein, eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration voranzutreiben. Dazu möchten wir eine politische Diskussion darüber einleiten, was es braucht, damit dies gelingen kann.“

330 Geflüchtete im Landesprogramm "Ausbildung jetzt"

Derzeit gibt es für jugendliche Geflüchtete gute Möglichkeiten, sich über die Berufsschule oder Förderprogramme zu qualifizieren. Allein am Saarländischen Landesprogramm „Ausbildung jetzt“ zur Vorbereitung und Begleitung während einer Ausbildung nehmen seit 2016 rund 330 Geflüchtete teil. Für junge Erwachsene, die bereits volljährig sind, sei es jedoch sehr schwierig  oder gar unmöglich, in Klassen zur Schulischen Berufsvorbereitung einzumünden, da sie nicht mehr berufsschulpflichtig seien, sagte Astrid Klein-Nalbach von der Diakonie

Helmut Selzer, Leiter der Caritaseinrichtungen Lebach, stellte Beispiele vor, wie junge Geflüchtete in Projekten im Saarland gefördert werden: Neben den Jugendmigrationsdiensten bieten die Projekte „Pro Integra“ und „SABENE – Beratungsnetzwerk für Flüchtlinge im Saarland“ Chancen für geflüchtete Jugendliche. red

 





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