07. Juni 2021

Urologie und Gefäßchirurgie am Diakonie Klinikum Neunkirchen schließen


Die kreuznacher diakonie und die Stadt Neunkirchen haben im Einvernehmen mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie und den Landesverbänden der Krankenkassen und den Ersatzkassen entschlossen, die Urologie und Gefäßchirurgie am Diakonie Klinikum Neunkirchen zu schließen.

„Wir kämpfen um den Erhalt der medizinischen Versorgung am Standort Neunkirchen“, erklärt Dr. Dennis Göbel, Vorstand Krankenhäuser und Hospize der Stiftung kreuznacher diakonie. Als Mehrheitsgesellschafter des Diakonie Klinikums Neunkirchen  (DKN gGmbH) hat man sich gemeinsam mit dem Mitgesellschafter, der Stadt Neunkirchen, sowie im Einvernehmen mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie und den Landesverbänden der Krankenkassen und den Ersatzkassen deshalb dazu entschlossen, zwei Fachabteilungen der DKN gGmbH spätestens zum 31. Dezember 2021 zu schließen: Die Urologie und die Gefäßchirurgie. Die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden gemeinsam mit der Mitarbeitervertretung (MAV) darüber informiert. Der Grund für diese Entscheidung: „Der Bedarf in der Bevölkerung ist nicht gegeben“, bedauert Krankenhausdirektor und Geschäftsführer der DKN gGmbH Leo Schwarzkopf nach Prüfung vorhandener Optionen.

Es gebe schlicht ein regionales Überangebot im Bereich der Urologie. Im Umkreis von knapp 35 Kilometern liegen mehrere Kliniken mit urologischen Fachabteilungen. Hinzu kommen viele niedergelassene Urologen, die ambulante Eingriffe durchführen. Gutachten und Statistiken prognostizieren, dass der Bedarf an klinischer Urologie weiter sinken wird.

Ähnlich gestaltet es sich mit der Gefäßchirurgie, so Dr. Göbel: „Hier stehen wir vor der Wahl, die Abteilung personell soweit aufzustocken, dass eine 24-Stunden Bereitschaft zur Verfügung steht und das Angebot zu erweitern, oder zu schließen. Die Fallzahlen sind jedoch so niedrig, dass sie keinen Ausbau der Kapazitäten rechtfertigen.“ Viele Eingriffe bei Gefäßkrankheiten werden ambulant durch Angiologen durchgeführt, von denen es im näheren Umfeld ebenfalls viele gibt.

Standortsicherung hat höchste Priorität

12 Arbeitsplätze sind von den Schließungen betroffen. Mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitersuchen Klinikleitung, Vorstand und Mitarbeitervertretung nach einvernehmlichen Lösungen. „Wir wissen, dass hinter jedem verlorenen Arbeitsplatz ein persönliches Schicksal steht“, betont Schwarzkopf. Die Anpassung des Leistungsangebotes an die Bedarfe der Bevölkerung, auch hinsichtlich des demografischen Wandels, ist die Grundlage auf der mit dem Land und den Krankenkassen über eine Finanzierung des von der Stiftung kreuznacher diakonie vorgelegten Medizinkonzeptes verhandelt wird. Die Verhandlungen zur Umsetzung sind jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen.

Kontakt

Petra Alles
Theodor-Fliedner-Straße 12
66538 Neunkirchen

Tel. 06821/901-134
petra.alles@kreuznacherdiakonie.de





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